Vom 13. bis 14. März 2026 war ich in Dortmund auf dem 46. Hausärztinnen- und Hausärztetag Westfalen-Lippe. Als Wirtschaftsjurist und Gründer von Hoi Doc war mein Blick in den Messehallen vor allem auf eines gerichtet: Die wirtschaftliche und psychologische Verfassung der niedergelassenen Ärzteschaft. Was ich dort in zahlreichen Gesprächen an den Stehtischen erlebt habe, ist kein vorübergehendes Tief, sondern eine handfeste Systemkrise, die zur existenziellen Belastungsprobe wird.
Die Stimmung vor Ort: Wenn „Versorgungsauftrag“ zur Last wird
In den Pausen zwischen den berufspolitischen Debatten wurde eines deutlich: Der Frust sitzt tief und ist mittlerweile chronisch. Ein erfahrener Hausarzt aus dem Revier schilderte mir seinen Alltag – und es war keine emotionale Ausnahmeerscheinung, sondern eine klinisch kühle Bestandsaufnahme des Scheiterns. Er berichtete von einer völlig überlaufenen Infektsprechstunde, einer Bürokratie, die bereits vor Sonnenaufgang am Praxis-PC beginnt, und Honorarkürzungen am Quartalsende, die jede wirtschaftliche Kalkulation ad absurdum führen.
Das Problem in Deutschland ist heute nicht mehr nur der Arbeitsdruck. Es ist die Kombination aus administrativer Überlastung und einer systematischen wirtschaftlichen Entwertung. Als Wirtschaftsjurist sehe ich hier ein Anreizsystem, das völlig falsch kalibriert ist: Wer als Hausarzt mehr investiert, wer Hausbesuche macht und mehr leistet, wird durch Budgets, Zeitprofile und Regressandrohungen ausgebremst. Das ist ökonomischer Irrsinn, der geradewegs in die totale Erschöpfung führt.
Die „Eiger-Nordwand“ des Systemwechsels
In fast jedem Gespräch fiel irgendwann das Wort Schweiz. Die Sehnsucht nach einem System, in dem ärztliche Leistung noch einen Wert hat und nicht durch Paragraphen verhindert wird, ist bei den Hausärzten in Westfalen-Lippe enorm. Doch gleichzeitig spürte ich in Dortmund eine massive Barriere. Es ist nicht der Mangel an Wille, sondern die Angst vor der schieren Komplexität des Wechsels.
Die Ärzte fragten mich nicht nach den Steuersätzen in der Schweiz. Sie fragten mich:
- „Wie wickle ich meine Praxis hier rechtssicher ab, ohne dass die KV mich bei der Schlussabrechnung finanziell rasiert?“
- „Wie manage ich einen Umzug mit der gesamten Familie, während ich hier bis zum letzten Tag den Versorgungsauftrag erfüllen muss?“
- „Wer garantiert mir, dass ich in der Schweiz betriebswirtschaftlich funktioniere, wenn ich 20 Jahre lang nur das KVS-Modell kannte?“
Diese Fragen sind berechtigt. Der Wechsel wirkt wie die Besteigung der Eiger-Nordwand ohne Seil. Man hat Angst, das alte Leben abzureißen, ohne zu wissen, ob das neue Fundament wirklich trägt.
Warum ich diesen Prozess verstehe – als Wirtschaftsjurist und Macher
Als Wirtschaftsjurist begegne ich diesen Sorgen nicht mit theoretischen Floskeln, sondern mit dem Wissen desjenigen, der es bereits getan hat. Ich stand selbst an diesem Punkt. Ich habe den gesamten Prozess – den Verkauf der Praxis meiner Frau in Deutschland, die komplette Relocation unserer Familie und den Neuaufbau in der Schweiz – operativ und juristisch gesteuert.
Ich kenne die Abende bei uns zu Hause am Küchentisch, an denen wir die Risiken abgewogen haben. Ich habe die KVS-Bürokratie in Deutschland niedergerungen und gleichzeitig die Schweizer Behördenwege geebnet. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man die Verantwortung für einen solchen radikalen Umbruch trägt. Diese Erfahrung ist die DNA von Hoi Doc. Wir sind kein klassisches Consulting – wir sind der Navigator, der den administrativen Rucksack übernimmt, damit der Arzt wieder einfach nur Arzt sein kann.
Der Zuspruch in Dortmund: Dankbarkeit für den Navigator
Was mich in Westfalen-Lippe wirklich beeindruckt hat, war die Reaktion auf mein Angebot. Es war eine Mischung aus Erleichterung und echter Dankbarkeit. Viele Hausärzte fühlten sich zum ersten Mal verstanden – nicht nur in ihrem fachlichen Leid, sondern in ihrer administrativen Überforderung.
Wenn ich erklärte, dass wir den Wechsel realisieren – von der Strategie für den Exit in Deutschland über das Relocation-Management bis hin zur kaufmännischen Leitung im ersten Schweizer Jahr (Mandat 12) – löste sich bei vielen die Anspannung. Sie merkten: Da ist jemand, der die Karte bereits gezeichnet hat und die Stolpersteine kennt.

Mein Fazit: Vom Reagieren zum Agieren kommen
Der Hausärztetag hat mir gezeigt: Das deutsche System wird sich nicht von innen heraus reparieren lassen. Die Zeit für „Durchhalten“ ist für viele vorbei. Die Dankbarkeit, die ich in Dortmund erfahren habe, zeigt mir, dass viele den Entschluss zum Wechsel längst gefasst haben – ihnen fehlt nur der Partner, der die Risiken minimiert und die operative Last trägt.
Der Weg in die Schweiz ist eine strategische Entscheidung für die eigene Lebensqualität und die wirtschaftliche Freiheit. Mit dem richtigen Navigator an der Seite wird aus diesem Risiko ein planbarer Erfolg. Wir haben die Brücke gebaut – jetzt liegt es an Ihnen, den ersten Schritt zu gehen.
